27. Geseker Schweineabend | Zusammenfassung

 

27. Geseker Schweineabend wieder mit sehr hohem Zuspruch – Januar 2016 – Mit über 240 Teilnehmern sorgte der Geseker Schweineabend zum 27. Mal für reges Interesse. Herbert Nagel nutzte diesen Anlass, um auf die seit kurzem bestehende Kooperation mit der Rinderpraxis von Herrn Dr. Christoph Meis in Büren-Siddinghausen zu verweisen. Durch die Kooperation soll eine qualifizierte Versorgung des Rinderanteils in den von uns betreuten Gemischtbetrieben sichergestellt werden.
Des Weiteren hat sich das Team der spezialisierten Schweinetierärzte um die Tierärztinnen Dr. Stephanie Schreiber und Dr. Claudia Hemmis vergrößert. Durch die Vergrößerung des Schweineteams soll, auch bei steigendem bürokratischem Aufwand, weiterhin eine adäquate Betreuung auf hohem Niveau gewährleistet werden.
Ab Mitte März wird in denneuen Praxisräumlichkeiten am Kahrweg 33 in Geseke unser bereits bestehendes diagnostisches Angebot durch eine Sektionshalle mit angeschlossenem zertifiziertem Labor unter der Leitung von Dr. Alexander Maas erweitert werden. Durch unseren praxiseigenen Abholservice können Tierkörper so schnell und zielführend untersucht werden. Für den Fall des Ausbruchs eines Seuchenfalls steht am neuen Standort eine Reinigungs- und Aerosol-Desinfektionsanlage für Fahrzeuge zur Verfügung, die in dieser Form deutschlandweit aktuell einzigartig ist.

Unter der Moderation von Dr. Franz Lappe, dem es gelang hochkarätige Gastrednerinnen und -redner zu gewinnen, starteten dann die Vorträge.
Die weltweit anerkannte Pharmakologin, Frau Prof. Dr. Fink-Gremmels von der Universität Utrecht berichtete über die Bedeutung von Mykotoxinen wie DON, ZEA und Ochratoxin im Futter. Bei einer Exposition durch mykotoxinbelastetes Futter sind auf Bestandsebene oftmals nur unspezifische klinische Symptome erkennbar, die ernsthaften Probleme zeigen sich dann oft erst in den Folgegenerationen. Besonders zu beachten ist die Störung der Immunantwort (z.B. nach einer Impfung) bei Mykotoxinexpositionen. (Vortrag Dr. Fink-Gremmels)

Dieser Gedankengang wurde auch von Frau Dr. Sonja Hillen von der IDT Biologika GmbH im Zusammenhang mit einer Mutterschutzimpfung gegen Saugferkeldurchfall aufgegriffen. Neben wichtigen Eckpunkten bei der Diagnostik von Saugferkeldurchfällen ist auf eine ausschließliche Beprobung von unbehandelten Tieren zu achten. Goldstandart für die Diagnostik stellt die Sektion frisch verendeter Ferkel dar, die in Kürze, wie bereits erwähnt, auch in den neuen Sektionsräumlichkeiten unsere Praxis durchgeführt werden kann.
Dr. Monika Köchling von der IDT Biologika GmbH stellte die Möglichkeiten der Saugferkelimpfung gegen S. typhimurium als Möglichkeit zur Bekämpfung klinischer Salmonellosen vor. (Vortrag Hillen)

Dr. Monika Köchling von der IDT Biologika GmbH stellte die Möglichkeiten der Saugferkelimpfung gegen S. typhimurium als Möglichkeit zur Bekämpfung klinischer Salmonellosen vor. (Vortrag Köchling)

Den aktuellen Preisdruck, insbesondere auf dem Ferkelmarkt, nahm Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zum Anlass, über aktuelle Trends in der Schweinehaltung sowie hinsichtlich des Verbraucherverhaltens zu informieren. Demnach sind die Gewinnspannen zwischen Primärproduzenten und Schweinefleischvermarktung weiterhin immens hoch und lassen durchaus genügend Spielraum für die Erweiterung aktueller Projekte, wie die „Initiative Tierwohl“, zu. Hinsichtlich weiterer gesetzlicher Einschränkungen verwies Herr Dr. Hortmann-Scholten auf die Gefahr eines möglichen Verlustes der Konkurrenzfähigkeit auf einem wachsenden Exportmarkt. (Vortrag Hortmann-Scholten)

Zum Abschluss der Veranstaltung wies der Amtstierarzt des Kreises Soest, Prof. Dr. Hopp, nochmals mit Nachdruck darauf hin, dass kranke Tiere unbedingt zu behandeln sind. Eine Nichtbehandlung unter dem Aspekt einer „falschen Rücksichtnahme“ bezüglich Auflistung in bestehenden Antibiotika-Datenbanken stellt einen Tierschutzverstoß dar!